Atome schrumpfen

statt Kerne spalten

Das Verfahren von BlackLightwird uns eine

zukunftsweisende, unerschöpfliche, wirtschaftliche

und umweltfreundliche Energiequelle bringen.

Shelby T. Brewer, Vorstandsmitglied der Firma Black-

Light Power Inc. und ehemaliger Berater der Energiebehörde

unter US-Präsident Ronald Reagan1

Fast immer waren die Menschen, die solche grundlegenden

Entdeckungen eines neuen Paradigmas

hervorgebracht haben, entweder sehr jung, oder sie

waren erst kurze Zeit in dem Bereich tätig, in dem

sie diesen Paradigmenwechsel anregten.

Thomas S. Kuhn2

Stellen Sie sich vor, wir könnten alle Industrieanlagen, Häuser und

Fahrzeuge der Menschheit mit einer Energiequelle an unserem Himmel

versorgen – dem Wasser in unserer Atmosphäre, dessen Menge

aufgrund der globalen Erderwärmung und der daraus folgenden Verdampfung

in immer mehr zunimmt. Wie mir Dr. Randell Mills versicherte,

könne dieses Ziel in absehbarer Zeit erreicht werden.

Zu sagen, Randell Mills habe sich hohe Ziele gesteckt, wäre

schlicht eine Untertreibung. Seine Vision bezieht den gesamten Kos-

mos ein. So behauptet der Wissenschaftler, Erfinder und Arzt etwa, er

habe die allgemein anerkannten theoretischen Grundlagen der Physik

zurechtgerückt, die den Lehrbüchern von heute zugrunde liegen. Und

während er seine vereinheitliche Theorie der „Einheit von allem“3

zu Papier brachte, fand er heraus, wie sich aus einer besonderen Zustandsform

des Wasserstoffs, die er „Hydrino“ nennt, neuartige und

ganz besondere Stoffe herstellen lassen.

Das ist allerdings nur der Anfang einer viel weiterreichenden Entwicklung.

Laut Mills und anderen qualifizierten Wissenschaftlern,

die seine Arbeiten überprüfen, hat er eine Möglichkeit gefunden, mit

Hilfe seiner „Hydrinos“ überschüssige Energie aus dem im Wasser

gebundenen Wasserstoff zu gewinnen.

Wie der Journalist Erik Baard schreibt, ähnelt Mills’ Energie- und

Chemikalien erzeugender Prototyp, eine Zelle, die sich im Testlabor

befindet, einem überdimensionalen Küchenherd.4

Werden die künftigen Erzeugnisse aus seinem Labor Mills Erwartungen

erfüllen können? Ihm schweben Batterien von der Größe eines

Briefkastens vor, die Autos mit einer Aufladung 1000 Meilen weit

fahren lassen. Zur Energieerzeugung bringt man „Hydrinos“ einfach

mit sauerstoffreichem Material zusammen – Benzin adé!

Ein Bestandteil von Mills’ Theorie ist seine Annahme, nach der

sich Wasserstoffatome auf ein niedrigeres Energieniveau schrumpfen

lassen – völlig unmöglich, folgt man den heutzutage noch aktuellen

Physiklehrbüchern. Nach seiner Hypothese benötigt das Elektron, das

den Atomkern in einem derart geschrumpften Atom oder „Hydrino“

umkreist, weniger Energie, um auf seiner Bahn zu bleiben. Infolgedessen

wird Wärme freigesetzt und somit Druck erzeugt, der notwendig

ist, um eine Dampfturbine zur Stromherstellung anzutreiben.

Mills behauptet, er könne mit seiner Theorie die sogenannte fehlende

Materie in unserer Galaxis und andere Mysterien des Universums

erklären. So verweist er etwa auf bislang unerklärt gebliebene

Emissionen aus der Sonne, die sich sehr gut in seine Theorie einfügen.

Aus Mills’ Wärmezellen konnten inzwischen auch andere Wissenschaftler

Überschußenergie gewinnen.


Mills war zwischen zwanzig und dreißig Jahre alt, als er sich daran

machte, Berechnungen für seine These anzustellen. Wie es sich für

einen Wissenschaftler gehört, bestätigte er seine Theorien Schritt für

Schritt durch Experimente. Zunächst grub er sich durch die Wissenschaftsliteratur

hindurch, um herauszufinden, welcher Katalysator (ein

Stoff, der eine chemische Reaktion einleitet und verstärkt, dabei aber

selbst nicht verändert wird) in seine Berechnungen paßt. Einige Jahre

später entwickelte er den von ihm als „Hydro-Katalyse“ bezeichneten

Prozeß, bei dem verdampftes Kalium als Katalysator verwendet und

eine beeindruckende Menge an Wärmeenergie aus Wasserstoffatomen

freigesetzt wird.

Eine neue Abkürzung auf dem Weg zur Elektrizität

Randy Mills’ jüngste Entdeckung überspringt die Stufe der Wärmeerzeugung.

Ich habe Patente für eine Erfindung angemeldet, bei der

Plasma unmittelbar in Elektrizität umgewandelt wird“, erzählte er mir.5

Plasma in einem Gas wie Wasserstoff ist elektrisch neutral und äußerst

leitfähig.

Mills beschreibt das künftige Szenario für seinen neuen Plasmakonverter

vorausgesetzt er funktioniert: „Die Leute werden hinter

ihrem Haus eine etwa 30 x 30 x 30 Zentimeter große Kiste stehen

haben und damit 5000 Watt elektrische Energie erzeugen. Und mit

der Batterie, die wir entwickeln, werden sie dann auch noch ihr Auto

antreiben.

Je nachdem, wieviel Energie Sie brauchen, können Sie bei sich

einen bis drei solcher Kästchen aufstellen. Darüber hinaus werden

wir Einheiten von einem Megawatt Leistung am Umspannwerk installieren.

Alles, was normalerweise an so einem Umspannwerk

dranhängt – Hochspannungstransformatoren, Stromleitungsmasten,

Schaltanlagen, Großkraftwerke, Kohletranportzüge, Tagebaugruben,

Steinkohle-Bergwerke, Gas- und Ölfelder –, wird der Vergangenheit

angehören. Kernkraftanlagen, Supertanker ... alles Schnee von gestern.“

Statt dessen werden die Menschen über lokale Niedervoltverteilungsnetze

und weitgehend dezentrale Energieerzeuger versorgt –

weitaus billiger als mit elektrischem Strom von großen öffentlichen

Stromversorgungsbetrieben.


Die Getreidefirma

der Gebrüder Mills und die Highschool

In seiner Jugend erwarb sich Randy Mills eine erfolgreiche ethische

Arbeitsauffassung. Während seiner High-school-Zeit lebte er auf der

37 Hektar großen Getreidefarm seiner Familie in Pennsylvania und

erntete Heu und Mais auf von ihm selbst gepachteten Land. So lernte

er, sorgsam mit Rohstoffen umzugehen, hart zu arbeiten und sich

nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen. Landleben und Wissenschaft

haben einiges gemein, sagt er: Mechanik, Chemie und Biologie

gehören auf einer Farm zum Alltag.

Der ein Meter sechsundneunzig große energische junge Farmer

verdiente mit dem Anbau von Getreide nicht schlecht und hatte keinerlei

Ambitionen, aufs College zu gehen. Laut Erik Baard, der an

einem Buch über Mills‘ Unternehmungen schreibt, ließ er so viele

High-school-Klassen aus, daß er beinahe keinen Abschluß erhalten

hätte.

Mills Lebenseinstellung veränderte sich schlagartig, nachdem er

durch eine Glastür hindurchgefallen war. Er erzählte Baard, jener Unfall

und die fünfstündige Operation, die notwendig war, um seine

Hand und seinen Arm zu flicken, hätten ihn damals zum Nachdenken

gebracht. Er erkannte, daß er – da er ja schließlich irgendwann

ohnehin würde sterben müssen – zuvor doch gerne noch wissen wollte,

wie alles funktioniert: angefangen bei seinem Gehirn bis hin zum

Universum. (Einmal träumte er von künftigen Raumschiffen, die fast

so schnell sind wie das Licht, und er rechnete sich aus, daß nur

künstliche Intelligenz zu einer derart schnellen Reaktion fähig sein

könne, um bei dieser Geschwindigkeit durch den Asteroidengürtel

hindurchzumanövrieren).


Durch die Gewinne aus seiner Farm verfügte Mills über genügend

Mittel, um sich an einem College in Lancaster, Pennsylvania, einzuschreiben,

wo er seinen Abschluß machte – als Jahrgangsbester. Danach

ging er an eine renommierte medizinische Schule und studierte

gleichzeitig Elektroingenieurwesen am Massachussetts Institute of

Technology (MIT).


Im Eiltempo durch Harvard und das MIT

Der Besuch der medizinischen Fakultät in Harvard und die damit

verbundene Gelegenheit, auf allen möglichen Forschungsfeldern

Neues zu erfahren, entfesselten seine Kreativität und lenkten sie in

eine bestimmte Richtung. Mills erzählte mir, er sei sich vorgekommen

wie im „Schlaraffenland ... in Harvard zu sein, war einfach

wunderbar – du brauchst nur Student zu sein, den Telefonhörer abzunehmen

und kannst mit jedem reden –, und jeder spricht auch mit

dir.“

Er kam dort nicht nur mit brillanten akademischen Köpfen zusammen,

sondern sah sich darüber hinaus auch noch in die Lage versetzt,

teure Meßgeräte für seine Experimente auszuleihen. Regelmäßig besuchte

er das Harvard-Büro für Technologie-Beurteilungen, das sich

mit geistigem Urheberrecht und Lizenzen befaßt. „Ich ging dort mit

den verschiedensten Ideen und Erfindungen ein und aus...“

John Taplin, ein Angestellter in diesem Büro, empfahl den eifrigen

Studenten mehreren Sponsoren. Eines Tages sagte Taplin zu

Mills: „Ich muß Sie jemandem vorstellen.“

Mills erinnert sich, wie Taplin ihn in das Büro von Dr. Carl Walter

in der medizinischen Fakultät bugsierte und sagte: „Das hier ist der

junge Kerl, der ständig mit seinen Ideen zu mir kommt... Sie sind ein

großartiger Erfinder, und ich glaube, Sie beide würden sich glänzend

verstehen.“

Und so war es auch“, sagte Mills, „ich bin sicher, daß ich ohne

seinen Einfluß heute nicht hier wäre.“

Mills bezeichnet Professor Walter als Mentor in jeder Hinsicht,


der für ihn nicht nur auf intellektuellem Gebiet Vorbild war; er bewunderte

auch dessen großherzige Einstellung zur Gesellschaft und

zum Leben. Auch Walter hatte in seiner Jugend alle Chancen wahrgenommen,

die sich ihm boten. Nach Harvard kam er aus Ohio, mit

wenig Geld, arbeitete sich durch die Hochschule, hatte selbst einen

hilfreichen Mentor und entschloß sich, diese Tradition fortzuführen.

Walter war Professor für Chirurgie, der seinem Schützling auch einiges

über die Geschäftswelt beibringen konnte – er hatte mehr als ein

Dutzend Firmen gegründet.

Zu jener Zeit beschäftigte sich der Schützling intensiv mit einer

Erfindung auf medizinischem Gebiet, und Walter arbeitete für ihn

den ersten Vertrag mit Japan aus, in dem es um Neuerungen auf pharmazeutischem

Gebiet und in der Krebstherapie ging.

Walter stärkte das Selbstvertrauen seines Protegés. Mills ruft sich

diese Zeit ins Gedächtnis: „Wenn du an der medizinischen Fakultät

von Harvard bist, kannst du dich schon einigermaßen überwältigt

fühlen.“ Er denkt an den Schock, den er erlitt, als sein Mentor eines

Tages mit Kollegen sprach, die Koryphäen auf ihrem Gebiet waren.

Walter prophezeite ihnen, daß Randy Mills wahrscheinlich als einer

der erfolgreichsten Wissenschaftler dieses Jahrhunderts in die Geschichte

eingehen würde.

In einem Interview gab Mills an, sein Durchbruch in der Energieforschung

resultiere aus einer Arbeit, die er am MIT durchgeführt

hatte.6

Von einem Professor (dem Interview in der Zeitschrift Infinite Energy

zufolge handelte es sich um Professor Hermann Haus vom Department

of Electrical Engineering and Computer Science am MIT)

hatte er ein Arbeitspapier mit Berechnungen für „Laserstrahlung aus

freien Elektronen“ erhalten und daraus gefolgert, er könne auf ähnliche

mathematische Weise Gleichungen zur Berechnung des Atoms

entwickeln. Daran arbeitete er nun weiter und konnte mit seinen Ergebnissen,

wie er glaubt, physikalische Probleme „von den Quarks

bis hin zum gesamten Kosmos“ lösen und überdies völlig neue Stoffe

erzeugen.


Thermacore

Nach seinem Abschluß in Harvard ging Mills zurück nach Pennsylvania,

wo er an seinen Erfindungen weiterarbeitete, etwa an einem

Molekül für die Medikamentenherstellung und an einem Gerät zur

Abtastung des Körpers. Für ihn waren alle Erfindungen gleichwertig

egal ob auf medizinischem Gebiet oder in der Energietechnik.

Schließlich testete er seine Hydro-Katalyse Elektrolytzelle in der

Küche seiner Wohnung. Dabei arbeitete er aus der Ferne mit einem

Wissenschaftlerteam der Firma General Electric zusammen, das eine

Methode für die zuverlässige Berechnung der Wärmeentwicklung in

einer derartigen Zelle entwickelt hatte. Mills faxte ihnen seine Daten

zu, und sie gaben ihm Rückmeldung zu seinen Energieberechnungen.

7

Sie kamen gut damit zurecht, und so veröffentlichte ich schließlich

einen Artikel und gab eine Pressekonferenz in der Eingangshalle

des Kreisgerichts (in Lancaster, Pennsylvania) ... Sie war sehr gut

besucht.“

Zu denjenigen, die sich für die Arbeiten des jungen Mannes interessierten,

gehörte auch die ortsansässige Firma Thermacore. Dort

zeigte man sich höchst beeindruckt darüber, wie sein wissenschaftlicher

Artikel aufgenommen worden war und daß er gerade an einer

Erfindung arbeitete, bei der er Wasserstoff und einen besonderen Katalysator

verwendete.

Sie kamen vorbei und installierten eine Elektrolysezelle. Zunächst

funktionierte sie nicht besonders gut, aber wir arbeiteten weiter

daran, und letztendlich gelang es uns, sie optimal zum Laufen

zu bringen“, berichtet Mills. „Bezogen auf die eingesetzte Energie

holten wir die zehnfache Menge heraus. Die Zelle lief 15 Monate

lang.“

Ich erinnere mich an einen Vortrag, den der Thermacore-Mitarbeiter

Robert Shaubach in San Diego hielt. Eine Welle der Begeisterung

erfaßte den Konferenzraum, als Shaubach sagte, Dr. Randell Mills

habe Überschußwärme aus einer Elektrolysezelle gewonnen, deren

Wasserstoff aus gewöhnlichem Wasser umgewandelt worden war.


Unterstützung aus Europa

Eine bedeutende Rolle in Mills Geschichte spielte der deutsche Plasma-

Physiker Johannes Conrads. Professor Conrads stand in Kontakt zu

Thermacore, weil die amerikanische Firma ein Verfahren zur Kühlung

von Anlagenteilen entwickelt hatte, die sehr heiß werden, wie zum Beispiel

die Bestandteile eines Fusionsreaktors.

Mills erinnert sich an jenen Tag, an dem Conrads zu Besuch bei der

Firma war und dort gerade an der Elektrolysezelle gearbeitet wurde. Irgend

jemand von Thermacore sagte damals zu Conrads: „Schauen Sie

sich das an! Dieses Ding produziert Strom. Randy hat diese neue These

aufgestellt, derzufolge Wasserstoff ein konstantes Energieniveau aufweisen

kann. Das stimmt wunderbar mit den Maxwellschen Gleichungen

überein, und es handelt sich nicht um Wellenwahrscheinlichkeiten.“

Offensichtlich beeindruckt, besuchte Conrads Mills dann an einem

Wochenende, und die beiden Männer unterhielten sich bis vier Uhr morgens.

Danach blieben sie in schriftlichem Kontakt.

Als Gast einer großen Firma, die seine Methode zur Krebsbekämpfung

getestet hatte, flog Mills später nach Berlin. Nach dem Treffen

rief er Conrads an und setzte sich in den Zug nach Jülich. Mills legte

seine Ideen Conrads Kollegen dar, unter anderen dem Vorsitzenden der

Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Letzterer stellte Mills vor eine

Herausforderung.

Er regte an, ich solle versuchen, die Welle-/Teilchen-Dualität aufzulösen

(ein Problem der Quantenphysik: Das Elektron besitzt sowohl die

Eigenschaften eines Teilchens als auch die einer Welle). Er sagte, wenn

mir das gelänge, wäre er geneigt, mich wirklich ernst zu nehmen.“

Diese Herausforderung brachte Mills auf die Spur, physikalische Probleme

wie etwas das Photon – mit mathematischen Gleichungen anzugehen.

Das führte ihn zu einer Theorie, die die subatomare Ebene

miteinbezog, ohne jedoch auf die esoterischen Deutungen der Quantenmechanik

zurückzugreifen. Mills hat keinen Sinn für „diese virtuellen

Partikel, zehndimensionale Universen oder Wurmlöcher, die uns mit anderen

Universen verbinden.“ Solche imaginären Erklärungen sind für

Experimentatoren ohne Wert, sagt er.


Kontroverse Theorien

Mills hält beim Zusammensetzen von wissenschaftlichen Puzzles

am Prinzip von Ursache und Wirkung fest. In seiner Theorie kommt

statt dessen ein geschrumpftes Wasserstoffatom vor, das er Hydrino

nennt. Dieses Hydrino ist so leicht, daß es in den Raum entschwebt.

Mills’ Behauptung versetzt die Quantenphysiker in helle Aufregung.

Schließlich gehen sie davon aus, daß das Wasserstoffatom, so wie

es in seiner natürlichen Erscheinungsform auf der Erde vorkommt,

bereits dessen Grundzustand darstellt – das niedrigste Energieniveau

jenes Atoms.

Etablierte Physiker lehnen Mills Theorie ab. Robert Park, Dr. rer.

nat., Direktor des Washingtoner Büros der Amerikanischen Physikalischen

Gesellschaft, erklärte öffentlich, Mills sei kein Wissenschaftler.

Park ging noch weiter und behauptete, der Wissenschaft sei bereits

alles über das Wasserstoffatom bekannt.8

Etwa zur gleichen Zeit, da Park sich in der Öffentlichkeit über

Mills’ Theorie lustig machte,

testete die Penn State University eine Millssche Brennstoffzelle

und erzeugte damit einhundertmal mehr Wärme als man

durch die Verbrennung der gleichen Menge Wasserstoff erhalten

hätte

zog Mills’ Firma BlackLight Investoren aus der Elektrizitätsindustrie

an und wurde von Energieexperten unterstützt.

ging Shelby Brewer, Industrieller und ehemaliger Assistent

im US-Energieministerium unter Präsident Ronald Reagan, als

Vorstandsmitglied zu BlackLight Power Inc.

Der Leiter der Reading Energy Company of Philadelphia studierte

Mills’ Testergebnisse und gab Reuters gegenüber an, es handele sich

dabei um eine fundierte und aussichtsreiche Entwicklung, und daß –

wenn alles wie geplant weitergehe – Mills’ Arbeit, wie die Experten

glauben, eine wissenschaftliche Revolution einleiten werde, die den

Entdeckungen eines Thomas A. Edison oder eines Albert Einstein in

nichts nachstehe.9


Verbindung zum Osten

Möglicherweise sind die Wissenschaftler in der ehemaligen Sowjetunion

offener für Mills’ Ideen als amerikanische Fachleute wie

Robert Park. Alexander V. Frolov zum Beispiel schreibt, Mills’ Hydrino,

das Wasserstoffatom in seinem „untergründigen Energiezustand“,

entspreche einer bestimmten Zustandsform der Materie, die

notwendig sei, damit Materie als Energiewandler fungieren kann,

wie es sein Fachkollege N. Kosyrev beschrieben hat.10 Letzterer hat

auch eine Theorie über die Materie in den Sternen entwickelt. Frolov

zitiert andere Landsleute, deren Erkenntnisse möglicherweise

für die Arbeit von Mills relevant sind, etwa der inzwischen verstorbene

Alexander Chernetsky, bei dessen Plasma-Schwingungsverfahren

die Energieausbeute höher ist als der Einsatz.

Dr. Peter Gluck, Energieberater in Rumänien, sagt: „Die Errungenschaften

von Dr. Mills werden das Energieproblem lösen, und

das ist auch notwendig, denn selbst eine Kombination von hohem

Wirkungsgrad und klassischen regenerierbaren Energien (Sonne,

Wind, Biomasse) kann eine nachhaltige Entwicklung nicht garantieren.“


Entweihung der Quantenphysik?

Wenn diese Theorie erst weithin akzeptiert sein wird, sagt Mills,

denke ich, daß es sich so zutragen wird wie in der Geschichte ‘Des

Kaisers neue Kleider’“. (Er bezieht sich hier auf das Märchen, in dem

ein Kind eine Wahrheit ausspricht, die die Erwachsenen ignorieren,

entweder aus Angst vor ihrem Herrscher oder weil sie ihren eigenen

Wahrnehmungen nicht trauen.)

In freundlichem Ton mokiert sich Mills über die Quantenphysik:

Zu Anfang des 20. Jahrhunderts pflegte man knifflige Fragen nach

dem Motto zu lösen: ‘Huch, das Photon scheint ein Teilchen zu sein,

und das Elektron zeigt so etwas wie Welleneigenschaften. Daher

müssen wir also eine ‘Wellenphysik’ erfinden, bei der wir uns dann

allerdings nicht um Dinge zu kümmern brauchen, die man unmittel-

bar messen kann.“ Mills fügt hinzu, die Physik sei zu einer Theorie

degeneriert, die „als Flickwerk begonnen wurde und dann ein Eigenleben

entwickelt hat.“

Er sagt, wenn sich die vorherrschende Meinung schließlich ändere,

würden die Menschen seine Logik verstehen und sich fragen, warum

die unlogischen Irrtümer so lange Bestand hatten.

Elitegruppe wird auf Hydrinos aufmerksam

Conrads und Mills blieben in Verbindung: Mills erzählte dem älteren

Wissenschaftler von seinem Wunsch, in seinen Versuchen die ultraviolette

Strahlung zu messen. Als Conrads Mills das nächste Mal

in seinem Labor besuchte, entwarfen die beiden Versuchsanordnungen

und kauften ein Spektrometer (Meßgerät). Conrads kehrte nach

Deutschland zurück, nun aber nach Greifswald an die Ernst-Moritz-

Arndt-Universität, an die er als Leiter des Instituts für Niedertemperatur-

Plasmaphysik berufen worden war. Conrads war in der Lage,

eine bemerkenswert hohe Energieausbeute aus einer Millsschen Elektrolysezelle

zu erzielen.

Triumphierend faßt Mills zusammen, was Conrads damit nachgewiesen

hatte:

Das Plasma entsteht im Wasserstoff und ist sehr energiereich.

Das Plasma wird mit Hilfe einer neuen, bislang unbekannten

chemischen Reaktion erzeugt.

Bei dem Verfahren entsteht sehr energiereiches Licht im äußersten

ultravioletten Bereich des Lichtspektrums – zehnmal energiereicher

als jede bislang bekannte chemische Reaktion.

Es stellt eine neue Energiequelle dar.

Zu Mills’ großer Freude stellte Conrads seine Ergebnisse bei einem

Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft vor. Danach

kehrte der Professor an deutsche Forschungsinstitute zurück (Jülich

und Bochum), um dort weitere verfeinerte spektroskopische Messungen

mit BlackLight-Produkten durchzuführen.


Große Konzerne zeigen Interesse

Mills berichtet, Conrads Darstellung zufolge sei im Rahmen seiner

Präsentation beim Treffen der Amerikanischen Chemischen Gesellschaft

„‘eine katalytische Reaktion mit Wasserstoff festgestellt worden,

bei der Energie entsteht sowie höchst energiereiches Licht im

äußersten UV-Spektrum – etwa zehnmal stärker als jede bisher bekannte

chemische Reaktion.’ Danach nahm DaimlerChrysler Kontakt

zu ihm (Conrads) auf, er wiederum setzte sich mit mir in Verbindung

und fragte: ‘Kann ich mit DaimlerChrysler darüber sprechen?’“

Mills stimmte zu: „Ja, Sie können unsere kleine Firma mit dem

Megaunternehmen in Kontakt bringen.“ Mills fährt lebhaft fort: „Dort

läuft also bereits etwas. Auch bei Westinghouse zeigte man sich sehr

interessiert, und dort steht man in enger Verbindung zum Institut für

Niedertemperatur-Plasmaphysik, kurz INP. Ich denke also, wir werden

in der Lage sein, mit diesen beiden Firmen etwas auf die Beine

zu stellen.“

NASA-Wissenschaftler waren ebenfalls beeindruckt von der Energieerzeugung

mit Hilfe der Mills-Zelle, und genau wie Conrads waren

sie bereit, sich einer alternativen Erklärung in Form von „Hydrinos“

zu öffnen.

Konzentration auf neuartige Materialien

Bei BlackLight Power hatte man das Hauptaugenmerk auf die Erforschung

neuartiger Werkstoffe und Materialien gelegt – das Studium

der damit einhergehenden energetischen Wechselwirkungen war zunächst

nur ein Seitenzweig. Mills erzählte mir, welch ein Glück es für

die Firma gewesen war, sich vornehmlich der Forschung in diesem

Bereich zu widmen anstatt in Produktionsanlagen zu investieren, um

Ausrüstungsgegenstände herzustellen und zu versuchen, mehr oder

weniger zufällig irgend etwas Funktionsfähiges zu finden.“

Systematisch entwarf man dort statt dessen zuverlässige und theoretisch

nachvollziehbare Versuchsanordnungen. So gelang die Entschlüsselung

der Zusammensetzung verschiedener Stoffe, und man

rfuhr einiges über deren Eigenschaften. Einige der neuen Materialien

scheinen auf ideale Weise für die Batterieherstellung geeignet

zu sein.

Einer der Stoffe, deren Herstellung Mills in seiner Firma gelang,

ist offensichtlich mit nichts anderem auf der Welt vergleichbar: ein

Kunststoff, der stark magnetisch ist und keinen Kohlenstoff enthält.

Er könnte schon in naher Zukunft eingesetzt werden, um alle möglichen

Produkte – vom Halbleiter bis zum Flugzeug – zu optimieren.

Ein anderes Forschungsergebnis ist eine äußerst feste und korrosionsbeständige

Beschichtung, die als Rostschutz bei Schiffen eingesetzt

werden könnte. „Für all diese Produkte haben wir Interessenten,

und wir verhandeln mit ihnen“, sagt Mills.

Um wirtschaftlich interessante Mengen einiger dieser Stoffe herstellen

zu können, kaufte die Firma, nachdem sie etwa hundert neue

Verbindungen entdeckt hatte, eine 150 Tonnen schwere Vakuumkammer,

die wie eine überdimensionale Thermoskanne aussieht. Die

High-Tech-Anlagen bei BlackLight Powers im Wert von mehreren

Millionen Dollar nehmen ein 6000 Quadratmeter großes Gelände in

Princeton, New Jersey, ein.

Stromdilemma

Nachdem Mills mit Hilfe von Spektroskopie und Chemie „hochentwickelte

Katalysatoren“, wie er sie nennt, gefunden hatte, richtete

er sein Interesse darauf, diese zur Stromerzeugung zu nutzen. Dabei

stieß er auf ein überraschendes Phänomen. „Wir entdeckten, daß bei

Inbetriebnahme der Stromzelle ein Plasma (aus dem Inhalt der Zelle)

entsteht – ohne daß weitere Energie zugeführt werden muß!“

Für die Firmenstrategie war nun also ein Energiewandler unerläßlich,

erklärt Mills.12 BlackLight richtete sich darauf ein, einen typischen

Wärmewandler zu bauen – eine Gas- oder Dampfturbine. Leider

ist diese Art von Maschinen für so kleine Anlagen wirtschaftlich

nicht sinnvoll. Einige große Firmen versuchen kompakte Geräte dieser

Art billiger herzustellen, aber das ist nicht so einfach. Sie erwogen

die Möglichkeit, den Leuten Mikroturbinen hinters Haus zu stellen –

darin sollte Erdgas verfeuert werden, so daß jeder seinen Strom vor

Ort selbst erzeugen könnte. Es sieht allerdings nicht so aus, als wenn

dergleichen in absehbarer Zukunft schon funktionieren würde.“

Turbinen sind einfach zu teuer, sagte Mills. Es gibt nicht viele Leute,

die für eine Turbine mehr Geld ausgeben würden als für ihr Haus. Eine

Alternative zu den Hinterhofanlagen wären Zehn-Megawatt-Kraftwerke,

die in ein regionales Stromverteilungsnetz eingebunden sind. Dafür

benötigte man größere Turbinen. „Und das Problem der Umweltbelastung

durch Abwärme wäre damit immer noch nicht gelöst.“

BlackLight Power wollte Kraftwerke auf der Basis von Heizanlagen

bauen, bei denen Elektrolysezellen zum Einsatz kommen. Die Firma

Westinghouse bestätigte, daß die Heizvorrichtungen funktionieren,

sagte Mills, aber die Ingenieure von Westinghouse stuften die Black-

Light-Anlage als nicht erfolgversprechend ein, weil ihrer Meinung

nach das Heizsystem im Hinblick auf die Kosten nicht wettbewerbsfähig

sei.

Und sie haben recht! Ich sagte ihnen, dann müssen wir eben an

diesen Gaszellen arbeiten. Aber wenn wir uns jetzt auf das System Erdgaszelle

plus Gasturbine konzentrieren und sich dann herausstellt, daß

unser neuer, in Entwicklung befindlicher Konverter funktioniert, hätten

wir garantiert viel Geld vergeudet.

Und wenn wir an der Elektrolyse weiterarbeiten und Kraftwerke

bauen, die auf Elektrolyse basieren, haben wir ebenfalls eine Menge

Geld zum Fenster hinausgeworfen“, fügt er hinzu, wobei er besondere

Betonung auf „eine Menge“ legt. „Daher ist es ein Segen, daß die

Technologie so weit fortgeschritten ist, daß wir sie weiterentwickeln

können.“


Die kleine Lösung

Die hohen Kosten gerade der kleinen Turbinen regten Mills dazu an,

ein Produkt zu erfinden, das „von vornherein mehrere Generationen

überspringen sollte.“

Da sein Verfahren mit einem Plasma arbeitet, fragte er sich, ob es

einen Weg gibt, dieses Plasma in Strom umzuwandeln, ohne dazu

den Umweg über die Wärmeerzeugung gehen zu müssen. Er entwickelte

eine, wie er sagt, „interessante Konstruktion“ – einen Konverter,

für den er kürzlich ein Patent angemeldet hat. Der Konverter ist

mehr als bloße Theorie. Mills deutet an, man habe bereits anderenorts

ein Exemplar gebaut, allerdings für andere mysteriöse Zwecke,

über die er sich ausschweigt. Es scheint, als bräuchte man, um einen

Stromerzeuger für die Allgemeinheit herzustellen, das bestehende

Konzept lediglich zu einem kommerziellen Produkt umzusetzen.

Nein, der neue Konverter sei keineswegs so etwas wie eine

Brennstoffzelle, beantwortet er meine Frage. „Es ist ein sehr interessanter

Apparat.“ Diesen Anlagentyp kennt bislang noch kaum jemand,

außer vielleicht einige russische Wissenschaftler, die schon

vor Jahrzehnten an etwas Ähnlichem gearbeitet haben. „Schon vor

35 Jahren ist die Anlage erfolgreich gelaufen“, sagt Mills. Black-

Light arbeitet gegenwärtig mit einem Plasmakonverterverfahren,

das wirklich funktioniert.

Die Theorie wurde in den Sechzigern entwickelt. Es kam heraus,

daß die Russen aus bestimmten Gründen, über die ich Ihnen

nichts Näheres erzählen kann, an Anlagen arbeiteten, mit denen man

Plasma in Strom umwandelt. Im Prinzip erfolgt diese Umwandlung

völlig unmittelbar. Mitte der sechziger Jahre hatten die Russen Anlagen

entwickelt, die einen Wirkungsgrad von über 90 Prozent zeigten.“

In Mills’ Plasmastromkonverter soll der Wirkungsgrad mindestens

ebenso hoch oder sogar noch höher sein.

Nachdem BlackLight Power den neuesten Konverter entwickelt

haben wird, soll sich laut Mills zweierlei ändern:

Anstatt Kraftwerke mit bis zu Milliarden Watt zu bauen, wird

BlackLight in der Lage sein, wirtschaftliche Einheiten im Bereich

von einigen Tausend Watt herzustellen – eine Million mal kleiner

und in einer für den Hausgebrauch geeigneten Größe.

BlackLight benötigt keinen Zulieferer von Originalteilen wie z.B.

General Electric oder ABB (ABB Verbrennungstechnik, einer der

größten Anlagenhersteller für die Stromerzeugung. Shelby Brewer

hatte seinerzeit selbst einen Führungsposten bei ABB inne).

Mills sagt: „Diesen Anlagentyp können wir selbst bauen... Zulieferer

brauchen brauchen wir dann nicht mehr.“


Umgehung der bestehenden Infrastruktur

Mills verglich die potentielle Auswirkung seines Plasmastromkonverters

auf die Industrie mit derjenigen der Brennstoffzellentechnik.

Wie viele Turbinen werden die Leute, die Brennstoffzellen entwickeln,

schon kaufen? Deren Strategie ist die gleiche wie bei uns – sie

umgehen die bestehende Infrastruktur und wenden sich direkt an den

Verbraucher. Bestenfalls wird es ein lokales Verteilernetz geben. Und

genauso sehen wir das auch.“

Wie wettbewerbsfähig könnte die Strompreisgestaltung von Black-

Light sein? Ohne Zahlen in den Raum zu stellen, meint Mills, die

Kosten würden sehr niedrig gehalten werden können. „Unglaublich

niedrig!“ An dieser Stelle des Interviews schlägt bei Mills offenbar

der Geschäftssinn durch, und er fügt scharfsinnig hinzu: „Es kommt

darauf an, wie wir den Preis im Vergleich zu den bestehenden Energieerzeugungstechniken

ansetzen wollen, um auf diese Weise unsere

Industrie zu fördern.“

Mit anderen Worten: Auch BlackLight Power muß für seine Aktionäre

Profite machen. „Aber es sieht so aus, als gäbe es einen riesigen

Markt, und es gibt genügend Rücklagen. Kostenseitig wird das

Verfahren den heute üblichen Preisen, den die Menschen für Energie

bezahlen müssen, haushoch überlegen sein.“


Wohltuende Entlastung für die Umwelt

Mills weist auf die Vorteile beim großflächigen Einsatz seines neuen

Konverters hin, der aus kleinen Mengen Wasserstoff nur Strom erzeugt,

In der Demonstrationsanlage der neuen BlackLight-Stromzelle soll

ein Teil des erzeugten Stroms für die Elektrolyse verwendet werden.

Es würde sich mithin um ein geschlossenes System handeln, das seinen

Bedarf an Wasserstoff aus dem Wasser deckt. „Man leitet Strom

durch Wasser und erhält Wasserstoff und Sauerstoff.“

Damit läßt sich jedes leitfähige Wasser aufspalten, selbst verschmutztes.

Mit Meerwasser werde es garantiert funktionieren. „Und

es fällt kein Kohlendioxid an, es gibt keine Abwärme und überhaupt

keine Umweltverschutzung.“

Es klingt nach einem sicheren Verfahren. Wenn die Anlage beschädigt

wird, stoppt das Niederdruckverfahren von selbst, weil es nur unter

Vakuum arbeitet.

Das Verfahren sieht, knapp dargestellt, folgendermaßen aus: Wasserstoff

wird in eine Zelle eingespeist, dann werden die Wasserstoffmoleküle

in Atome aufgespalten, die mit einem gasförmigen Katalysator

reagieren, dieser nimmt – ohne radioaktive Strahlung – Energie

aus dem Wasserstoff auf und erzeugt dreierlei: Plasma, Strom und

neue chemische Stoffe. Die wertvollen neuartigen chemischen Stoffe

mit außergewöhnlichen Eigenschaften werden im Reaktionsgefäß

aufgefangen. Einmal im Jahr leert man das Gefäß und tauscht es gegen

ein neues aus, erklärt Mills. Die Chemikalien werden zurückgewonnen

und der Behälter später wiederverwendet.

Es sieht wirklich so aus, als werde es funktionieren, und mir fällt

auch kein Grund ein, warum das nicht der Fall sein sollte. Deshalb

schließen wir jetzt einen Vertrag mit einem Forschungsinstitut und

geben die Anlage in Bau.“


Die weitere Strategie

Aus gut unterrichteten Kreisen erfuhr Baard, daß sich die Aufsichtsratsmitglieder

von BlackLight Power fragen, in welchem Maße sie

zukünftig mit Rüstungsfragen zu tun haben werden. Einige Mitglieder

befürchten, das Militär werde ihr Projekt als nationales Sicherheitsobjekt

einstufen wollen und es als, wie es im Volksmund heißt,

schwarzes Projekt behandeln – ein Projekt, das man dem Zugriff der

Öffentlichkeit vollständig entzieht und in der Versenkung verschwinden

läßt.

Das Interesse der US-Marine haben die Forschungsarbeiten der

Firma bereits geweckt.

Die Dinge entwickeln sich hier in unglaublichem Tempo,“ erklärte

mir Mills. „Es ist schwierig, bei all dem stets auf dem laufenden zu

bleiben. Sie sollten weiterhin verfolgen, was wir tun.

Zur Zeit testen wir gerade Batterien ...wir sind dabei, einen Vertrag

auszuhandeln über eine Möglichkeit, wie unser Plasma als Antriebsquelle

in Satelliten eingesetzt werden könnte – das wäre wirklich eine

große Sache, denn wenn man das Gewicht des Satellitenantriebs drastisch

verringern könnte, würde man hunderte Millionen Dollar einsparen

und könnte Atlas- statt Titan-Raketen verwenden, um sie in

die Umlaufbahn zu bringen.“

Bei all diesen Nebenaktivitäten läßt sich nicht so einfach abschätzen,

wie lange es – wenn der Konverter denn funktioniert – dauern

mag, bis ein Plasmastrom-Erzeuger von BlackLight in den Handel

kommt.

Alles hängt davon ab, auf welche Mittel wir zurückgreifen können.

Ich glaube, bis heute hat BlackLight seit seiner Gründung etwa

22 Millionen Dollar in bar aufgebracht. Bei uns stecken weit mehr

als 22 Millionen Dollar Kapital in den Einrichtungen und Anlagen!

Und wir verfügen immer noch über 10 Millionen Dollar liquide Mittel.

Wir haben also sehr, sehr gut gewirtschaftet.

Wie lange es dauern wird? Nun, es kommt darauf an, wieviel Arbeit

wir reinstecken können. Ich denke, wenn wir uns anstrengen,

können wir es in einem Jahr schaffen. Es wird aber wahrscheinlich

zwei oder drei Jahre dauern, denn die Leute wollen über die Quantenmechanik

diskutieren und über sonst noch alles mögliche, statt

sich ohne weitere Fragen auf unsere konkreten Ansätze einzulassen.

Aber wir werden ihnen auf die Sprünge helfen, denn wir beabsichtigen,

eine Demonstrationsanlage zu bauen und Strom zu produzieren.

Und die Leute werden sich das anschauen und sagen: ‘Hm...

Sie nehmen Wasserstoff und kriegen Strom raus. Ist das nicht interessant?’

Und dann, denke ich, wird man die Kontroversen und Diskussionen

über die Quantenmechanik überdenken und weiter voranschreiten.

Von da an wird sich das ganze meiner Meinung nach ziemlich

schnell weiterentwickeln.“


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